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Cannabis Glossar

Begriffe rund um die Therapie mit Cannabis und Cannabinoiden, alphabetisch zum Nachschlagen.

Glossar

Begriffe von A bis Z

Die Begriffssammlung für das Cannabis Glossar wird derzeit redaktionell aufbereitet.

Rund um die medizinische Cannabis-Therapie tauchen viele Fachbegriffe auf – von Wirkstoffen über Darreichungsformen bis hin zu rechtlichen Aspekten.

Dieses Glossar erklärt gängige Begriffe kurz und sachlich, damit Sie Beipackzettel, Arztgespräche und Informationsmaterial besser einordnen können. Die Erläuterungen ersetzen kein ärztliches Gespräch und stellen keine Therapieempfehlung dar.

Sie haben eine konkrete Frage? Antworten finden Sie in unseren FAQ oder über das Kontaktformular.

A
Anbau (medizinisches Cannabis)
Medizinisches Cannabis wird unter kontrollierten, standardisierten Bedingungen angebaut, damit Wirkstoffgehalt und Qualität gleichbleibend sind. In Deutschland abgegebenes Cannabis muss pharmazeutischen Qualitätsanforderungen entsprechen.
Applikationsform
Bezeichnet die Art, wie ein Arzneimittel angewendet wird – bei Cannabis etwa als Inhalation über einen Vaporisator, als Öl/Tropfen zum Einnehmen oder als Kapsel. Die Form beeinflusst Wirkeintritt und Wirkdauer.
B
Betäubungsmittel (BtM)
Stoffe, die dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterliegen und besonderen Vorschriften für Verschreibung, Abgabe und Dokumentation folgen. Medizinisches Cannabis zählt in Deutschland zu den verkehrs- und verschreibungsfähigen Betäubungsmitteln.
Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept)
Ein spezielles, dreiteiliges Rezeptformular, das für die Verordnung von Betäubungsmitteln erforderlich ist. Es unterliegt strengen Form- und Fristvorgaben und dient der lückenlosen Nachvollziehbarkeit.
Bioverfügbarkeit
Anteil eines Wirkstoffs, der nach der Anwendung tatsächlich im Blutkreislauf ankommt. Sie kann je nach Applikationsform deutlich unterschiedlich ausfallen, etwa bei Inhalation gegenüber oraler Einnahme.
Blüten (Flos)
Getrocknete Blütenstände der Cannabispflanze. Siehe „Flos".
C
Cannabinoide
Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Wirkstoffen, die in der Cannabispflanze vorkommen (Phytocannabinoide) oder im Körper gebildet werden (Endocannabinoide). Zu den bekanntesten pflanzlichen Vertretern zählen THC und CBD.
Cannabis indica
Eine der traditionell unterschiedenen Cannabis-Varietäten. Die historische Einteilung in „indica" und „sativa" gilt heute als wenig aussagekräftig, da Wirkung und Inhaltsstoffe vor allem von der jeweiligen Sorte und ihrem Wirkstoffprofil abhängen.
Cannabis ruderalis
Eine wild wachsende, niedrigwüchsige Cannabis-Form, die meist einen geringen THC-Gehalt aufweist. Sie spielt vor allem in der Züchtung eine Rolle, etwa wegen ihres vom Lichtzyklus unabhängigen Blühverhaltens.
Cannabis sativa
Botanische Bezeichnung der Hanfpflanze. Aus ihr werden sowohl Faser- und Nutzhanf als auch medizinisch genutzte Sorten gewonnen; entscheidend für die medizinische Verwendung ist das jeweilige Wirkstoffprofil.
CB1-/CB2-Rezeptoren
Zwei wichtige Bindungsstellen des Endocannabinoid-Systems. CB1-Rezeptoren finden sich überwiegend im zentralen Nervensystem, CB2-Rezeptoren vor allem auf Zellen des Immunsystems. Cannabinoide können an diese Rezeptoren binden.
CBD (Cannabidiol)
Ein nicht berauschendes Cannabinoid der Hanfpflanze. CBD wirkt nicht psychoaktiv im Sinne eines Rauschzustands; mögliche medizinische Anwendungen sind Gegenstand laufender Forschung.
CBG (Cannabigerol)
Ein Cannabinoid, das als Vorstufe anderer Cannabinoide gilt und in reifen Pflanzen meist nur in geringen Mengen vorkommt. Seine möglichen Wirkungen werden derzeit untersucht.
CBN (Cannabinol)
Ein Cannabinoid, das überwiegend durch Abbau von THC entsteht, etwa bei längerer Lagerung. Es ist nur schwach psychoaktiv; seine Effekte sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.
D
Dosierung
Die festgelegte Menge eines Arzneimittels pro Anwendung und Tag. Bei Cannabis wird die Dosierung individuell ärztlich bestimmt und häufig schrittweise angepasst (siehe „Titration").
Dronabinol
Bezeichnung für (teil)synthetisch oder aus der Pflanze gewonnenes THC, das als standardisierter Wirkstoff in Rezepturarzneimitteln verwendet wird. Es ermöglicht eine genaue Dosierung des Wirkstoffs THC.
E
Endocannabinoide
Körpereigene Botenstoffe, die an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems binden. Sie sind an der Regulierung zahlreicher Körperfunktionen beteiligt.
Endocannabinoid-System (ECS)
Ein körpereigenes Signalsystem aus Rezeptoren (u. a. CB1 und CB2), körpereigenen Botenstoffen und Enzymen. Es ist an der Regulierung von Prozessen wie Schmerzempfinden, Appetit, Schlaf und Immunantwort beteiligt.
Entourage-Effekt
Hypothese, wonach die verschiedenen Inhaltsstoffe der Cannabispflanze (Cannabinoide und Terpene) in ihrem Zusammenspiel anders wirken als isolierte Einzelstoffe. Die wissenschaftliche Evidenz hierzu ist bislang begrenzt.
Extrakt
Ein durch Auszug aus der Pflanze gewonnenes Konzentrat der Inhaltsstoffe, häufig in öliger Form. Extrakte erlauben eine standardisierte Wirkstoffmenge und werden oral eingenommen.
F
Flos (Blüten)
Pharmazeutische Bezeichnung für getrocknete Cannabisblüten. Sie werden in der Regel über einen Vaporisator inhaliert; das Rauchen wird aus gesundheitlichen Gründen nicht empfohlen.
Vollspektrum
Siehe „Vollspektrum" unter V.
H
Hanf
Umgangssprachliche und landwirtschaftliche Bezeichnung für die Pflanze Cannabis sativa. Nutzhanf enthält nur sehr geringe THC-Mengen, während medizinische Sorten gezielt auf bestimmte Wirkstoffprofile gezüchtet werden.
I
Indikation
Der medizinische Grund, der die Anwendung einer bestimmten Behandlung rechtfertigt. Ob im Einzelfall eine Indikation für eine Cannabis-Therapie besteht, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Inhalation
Aufnahme eines Wirkstoffs über die Atemwege. Bei Cannabis erfolgt sie üblicherweise über einen Vaporisator; der Wirkeintritt ist dabei meist schneller als bei oraler Einnahme.
O
Off-Label-Use
Anwendung eines zugelassenen Arzneimittels außerhalb der offiziell genehmigten Anwendungsgebiete. Eine solche Verordnung erfolgt in ärztlicher Verantwortung nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung.
R
Rezepturarzneimittel
Ein Arzneimittel, das individuell in der Apotheke nach ärztlicher Verordnung hergestellt wird, etwa eine Dronabinol-Zubereitung. Es wird auf die jeweilige Verordnung abgestimmt.
T
Terpene
Aromatische Pflanzenstoffe, die für den charakteristischen Geruch verschiedener Cannabissorten verantwortlich sind. Ihr möglicher Beitrag zur Gesamtwirkung wird im Rahmen des Entourage-Effekts diskutiert.
THC (Tetrahydrocannabinol)
Das wichtigste psychoaktive Cannabinoid der Cannabispflanze. THC kann einen Rauschzustand auslösen und ist zugleich der Wirkstoff, dem in der Medizin verschiedene Effekte zugeschrieben werden.
Titration
Schrittweises Herantasten an die individuell passende Dosis, meist beginnend mit einer niedrigen Menge, die langsam gesteigert wird. Ziel ist ein gutes Verhältnis von erwünschter Wirkung zu möglichen Nebenwirkungen.
Toleranz
Nachlassen der Wirkung bei wiederholter Anwendung, sodass für denselben Effekt ggf. eine Anpassung erforderlich wird. Veränderungen sollten stets ärztlich begleitet werden.
U
Unerwünschte Arzneimittelwirkung
Fachbegriff für Nebenwirkungen. Bei Cannabis können beispielsweise Müdigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit oder Konzentrationsstörungen auftreten; Auftreten und Ausprägung sind individuell unterschiedlich.
V
Vaporisator (Verdampfer)
Ein Gerät, das Cannabisblüten oder Extrakte erhitzt, ohne sie zu verbrennen, sodass die Wirkstoffe als Dampf inhaliert werden können. Gegenüber dem Rauchen entstehen dabei weniger Verbrennungsprodukte.
Vollspektrum
Bezeichnung für Präparate, die neben dem Hauptwirkstoff weitere natürliche Inhaltsstoffe der Pflanze (z. B. verschiedene Cannabinoide und Terpene) enthalten – im Unterschied zu isolierten Einzelstoffen.
W
Wechselwirkung
Gegenseitige Beeinflussung von Arzneimitteln oder von Arzneimittel und Lebensmittel. Cannabis kann mit anderen Medikamenten wechselwirken; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt daher über alle eingenommenen Präparate.
Wirkstoffgehalt
Anteil eines bestimmten Cannabinoids (etwa THC oder CBD) in einem Präparat, meist in Prozent oder Milligramm angegeben. Er ist eine wichtige Grundlage für eine präzise Dosierung.
Hinweis: Dieses Glossar dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Beratung noch eine Diagnose oder Behandlung. Die genannten Begriffe und Erläuterungen stellen keine Therapieempfehlung dar. Ob und in welcher Form eine Cannabis-Therapie für Sie infrage kommt, entscheidet ausschließlich Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt.

Bei Fragen sind Sie jederzeit willkommen!

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